Lohnt sich die Renationalisierung von Unternehmen?

Ein Großteil der Forschung und Untersuchungen zu den positiven Wirkungen von Direktinvestition kommt meist zu dem Ergebnis, dass sich die Ansiedlung von ausländischen Firmen für eine Volkswirtschaft lohnt. So sind Auslandstöchter meist produktiver und exportintensiver als „rein“ inländische Unternehmen. Was ist aber wenn eine produktive Auslandstochter sich aus dem Markt zurückzieht und  von einem inländischen Unternehmen übernommen wird? Bleiben nach der „Renationalisierung“ des Unternehmens die positiven Effekte erhalten?
Genau dies untersuchen Javorcik und Poelhekke in Ihrem Arbeitspapier mit dem Titel:

Former foreign affiliates : cast out and outperformed?
Beata Javorcik and Steven Poelhekke
2014, London : Centre for Economic Policy Research
28 S. graph. Darst.
Discussion paper series / Centre for Economic Policy Research / International trade and regional economics ; 10077

Die Wissenschaftlerin und ihr Kollege untersuchen diese Frage anhand von Unternehmensdaten aus Indonesien im Zeitraum von  1990-2009. Sie nehmen Indonesien, da zu einem hier gute Daten vorliegen und es zum anderen im betrachten Zeitraum nicht nur ausländische Direktinvestitionen sondern auch Desinvestitionen gab. In Indonesien können daher die Wirkungen von Direktinvestitionen (Kapitazuflüsse) und Desinvestitionen (Kapitalabflüsse) gut studiert werden.

Die empirische Untersuchung ergab, dass viele ehemalige Auslandstöchter, die nun im alleinigen Besitz von inländischen Unternehmen sind, eine niedrigere Produktivität und Exportintensität haben als zuvor !!!
Die nun inländischen Unternehmen sind abgeschnitten von allen Vorteilen, die eine Zugehörigkeit zu einer ausländischen Muttergesellschaft hat: dies sind vor allem der stetige Strom an Wissen und Technologie und der Zugang zu den internen Dienstleistung der ausländischen Hauptzentrale.

So würde die russische Regierung einen Fehler machen, wenn sie als Vergeltung zu den Boykottmaßnahmen des Westens versuchen würde ihre Wirtschaft zu renationalisieren.
China dagegen profitiert schon seit Jahrzehnten von den ausländischen Anteilseignern in ihren internationalen Joint Ventures, da sie diese nie ganz vertreibt und nur einen hohen Wertschöpfungsanteil im Inland anstrebt.

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